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BIM und die vierte Phase der Digitalisierung im Bauwesen

 
Vierzig Jahre nach dem Beginn der Digitalisierung des Bauwesens bringt die prozesskettenübergreifende Zusammenarbeit mit Hilfe des lebenszyklusbegleitenden digitalen Gebäudemodelles erneut erhebliche Fortschritte in der ökologischen und ökonomischen Effizienz des Gebäudesektors. Analog zu Industrie 4.0 ist auch im Bauwesen die vierte Digitalisierungsphase angebrochen.

Phase 1: elektronische Hilfsmittel ersetzen Tuschefeder und Rechenschieber
Nach frühen Versuchen in finanzstarken Konzernen und Forschungsgremien wie der “FOPEK” sickerte Mitte der 1980er Jahre mit dem Personal Computer auch im Bauwesen die erste Digitalisierungswelle ein.

Statik- und Bemessungsprogrammen folgten bald erste Abrechnungs- und Kalkulationssysteme sowie betriebswirtschaftliche Software.

Erste für das Bauwesen nutzbare Planungssysteme arbeiteten mit der digitalen Analogie von Lineal und Tuschefeder als rein zweidimensionale Strichzeichnungen. Die Ausgabe im Planformat erfolgte bis Mitte der 1990er Jahre mit Stiftplottern tatsächlich noch unter Nutzung von – elektronisch angetriebenen – Tuschefedern.

Phase 2: die Planung wird dreidimensional
Die technischen Grundlagen für die zweite Phase wurden mit der Entwicklung erster dreidimensionaler CAD-Systeme noch in den späten 1980er Jahren gelegt, benötigten aber beinahe ein Jahrzehnt bis zur ernsthaften Marktdurchdringung. Zu sehr waren Bauwirtschaft und Planung damit beschäftigt den ersten, enormen Paradigmenwechsel hin elektronischen Arbeitsweise zu bewältigen.

Phase 3: Vernetzte Arbeitsweise über Internet, Informationsanreicherung der 3D-Objekte
Ende des vorigen Jahrtausends stand mit dem Siegeszug von e-Mail und Internet schon der nächste Paradigmenwechsel hin zur interdisziplinären und unternehmensübergreifend vernetzten Arbeitsweise an.

Für die Bauwirtschaft brachte diese dritte Phase der Digitalisierung neue Formen des Datenaustausches, der Vergabe und der elektronischen Beschaffung über Ausschreibungs- und Projektplattformen sowie eCommerce-Systeme mit sich.

Die technischen Fortschritte der dritten Phase in der Planung nahmen sich dagegen auf den ersten Blick unspektakulär aus.

Dreidimensionale Objekte konnten nun zunehmend mit Informationen angereichert werden, und findige Programmierer erstellten intelligente dreidimensionale Objekte, die sich leicht in die Planung integrieren und flexibel an die Anforderungen des Gebäudes anpassen ließen.

In der Planung musste nun endgültig umgedacht werden, von der Plan-Analogie zur Gebäude-Analogie.
An die Stelle zweidimensionaler Strichzeichnungen als digitaler Analogie zum Plan auf Papier trat nun eine Zusammenstellung dreidimensionaler Objekte als Analogie zum tatsächlichen Gebäude. Die zweidimensionale Darstellung war nur noch eine Ableitung aus dem dreidimensionalen Gebäudemodell.

Damit war zu Beginn dieses Jahrtausends die technische Basis für das Verfahren BIM bereits gelegt, die Umsetzung erforderte aber noch einen schwerwiegenden organisatorischen Schritt.

Phase 4: Vernetzung der Daten und Systeme entlang der Wertschöpfungskette
Parallel zu Internet 4.0 und Internet of Things ist nun auch im Bauwesen der nächste Paradigmenwechsel im Gange und führt auf Basis bereits vorhandener Technologien eine neue Projektübergreifende Organisationsform, das building information modelling als künftige Standardarbeitsweise ein.

Dazu werden auf Basis eines digitalen Modelles alle entlang der Wertschöpfungskette involvierten Daten und Systeme interdisziplinär software- und unternehmensübergreifend zu vernetzt.

Ziel ist, alle erforderlichen Informationen über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes nutzbar zu machen.

Beim building information modelling steht die Prozessinnovation und Standardisierung im Vordergrund, während IT-seitig überwiegend auf bereits bekannte und verfügbare Technologien zurückgegriffen wird.

 

digital-bauen.com

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Basierend auf dem digitalen Gebäudemodell („BIM“) werden alle Planungs-, Ausschreibungs-, Kalkulations- und Beschaffungs­prozesse sowie die Bauwerksdokumentation bis zum Wartungsdienst über den Gebäudelebenszyklus mit Systemen und Dienstleistungen von inndata erheblich erleichtert.